Dachgeschossausbauten in Wiengrnderzeithaus_thumb

Für Diskussionsstoff unter Wiener Bauträgern, Architekten und Statikern sorgt derzeit der Eurocode 8 hinsichtlich Umbauten von Bestandsbauten.

Von der Magistratsabteilung 37 S (Statik) wurde am 31. 3. 2008 eine Richtlinie zur rechnerischen und konstruktiven Handhabung der Erdbebenproblematik bei den Altwiener Zinshäusern ausgegeben. Diese Richtlinie soll den seit 1. 6. 2009 uneingeschränkt gültigen Eurocode 8 hinsichtlich seiner Schärfe für die vorhandene Bausubstanz abfedern. Typische Gründerzeitbauten erreichen nach dem Eurocode 8 nicht annähernd 50 % des erforderlichen Sicherheitsniveaus.

Merkblatt "Statische Vorbemessung" MA 37S

Besagte Richtlinie regelt nun die Berechnung eventuell erforderlicher konstruktiver Änderungen an der Gebäudestruktur im Zuge von Dachgeschossaus-, Zu- oder sonstigen Umbauten. Hierbei gilt eine Unterscheidung in Dachgeschossausbau "leicht" bis 7,20 kN/m2 effektive Lasterhöhung und DG - Ausbau "schwer" mit darüber hinausgehender Steigerung der Vertikallasten. Bei einem typischen Wiener Zinshaus ist für den Dachgeschossausbau leicht ein Nachweis der Vertikallasten erforderlich, weiters der konstruktive Zusammenschluss aller horizontal wirkenden Tragwände mittels einer schubaufnehmenden Deckenscheibe im letzten Geschoss (bis zu einer Erweiterung der Bruttogeschossfläche von 150 % des unausgebäuten Dachgeschosses). 

Kapazitätsnachweis erforderlich

Das Vorhandensein eines nicht typischen Grundrisses kann jedoch bereits in diesem Fall einen Kapazitätsnachweis für die horizontal wirkenden (Erdbeben)lasten erforderlich machen. Die Kapazität des Bestands darf dabei durch die Umbauten nicht verschlechtert werden. Bei einer Nutzflächenerhöhung von 150 - 200 % der Bestandsfläche des Dachbodens ist in jedem Fall ein Kapazitätsnachweis für die Horizontalkräfte zu führen.

Bei Überschreitung der Lasterhöhung von 7,20 kN/m2ist in jedem Fall eine gesamte statische Nachrechnung des Gebäudes inklusive vertikaler Lastableitung durch alle Bauteile (Mauerwerk, Fundamente, Decken) erforderlich sowie ein detaillierter Erdbebennachweis (mittels "Antwortspektrenverfahren")

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